Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, heißt es – und das ist wahr. Alles, was wir tun, ist geprägt von Gewohnheiten: Vom morgendlichen Zähneputzen, über den ersten Kaffee im Büro, bis hin zum Fernsehabend auf dem Sofa.

Handeln, Denken, Fühlen: individuelle Muster

Gewohnheiten bestimmen aber nicht nur unser Handeln. Auch Gedanken und Gefühle folgen bestimmten antrainierten Mustern. Im Laufe des Lebens, entwickelt wir eine bestimmte Weise zu denken und dementsprechend auch zu fühlen. Die sogenannten Optimisten etwa haben es sich zu eigen gemacht, immer das Positive und die Möglichkeiten zu sehen. Das ermöglicht ihnen, lösungsorientiert zu handeln und Chancen zu ergreifen. Andere neigen dagegen eher dazu, Probleme und Hindernisse zu sehen. Dadurch fällt es ihnen vergleichsweise schwer, herausfordernde Situationen zu meistern und Verhaltensweisen zu verändern.

Wichtig: Das eigene Denken, Handeln und Fühlen ist keineswegs in Stein gemeißelt. Wer sich dazu entscheidet, Gewohnheiten zu verändern, kann dies in jedem Moment tun. Alles, was es für eine nachhaltige Veränderung braucht, ist regelmäßiges Training, eine Portion Geduld und bestenfalls professionelle Unterstützung.

Zusammengefasst: Jeder Mensch hat seine individuellen Gewohnheiten. Neben den wiederkehrenden Handlungen folgt auch das eigene Denken und Fühlen bestimmten Mustern.

Essgewohnheiten entstehen schon in Kindheit

Vor allem beim Thema Essen und Ernährung hat jeder seine ganz eigenen Gewohnheiten. Wenn Sie ungünstige Verhaltensweisen ändern wollen, ist es zunächst hilfreich, diese nicht zu bewerten oder gar zu verurteilen. Bei Gewohnheiten geht es nicht um Schuld, um „gutes“ oder „schlechtes“ Verhalten. Vielmehr entstehen Ihre individuellen Ernährungsmuster aus nachvollziehbaren Gründen.

Wenn Sie in der Kindheit beispielsweise mit Eis und Bonbons getröstet wurden, werden Sie höchstwahrscheinlich auch als Erwachsener zu süßen Leckereien greifen, wenn Sie traurig sind. Wurden Sie dazu verdonnert Ihren Teller leer zu essen, werden Sie vermutlich auch später selten etwas übrig lassen. Haben Ihre Eltern Ihnen verboten Süßigkeiten zu essen, werden Sie heute vielleicht ein schlechtes Gewissen dabei haben oder besonders viel davon essen. Hier gilt: Gewohnheiten folgen keinen bestimmten Regeln. Welche Gewohnheit sich unter welchen Umständen etabliert, ist individuell.

Zusammengefasst: Jeder Mensch entwickelt im Laufe seine individuellen Essgewohnheiten. Diese entstehen vor allem durch Erfahrungen.

Essen als Belohnung, Trost, guter Freund

Auch nach der Zeit im Elternhaus entwickeln wir noch neue Essgewohnheiten. Viele entdecken das Essen beispielsweise als verlässlichen Trostspender. Nach einem frustrierenden Arbeitstag oder einem Streit mit dem Partner gibt es ihnen das Gefühl von Sicherheit, es lenkt ab und tröstet.

Wenn Sie einmal die Erfahrung gemacht haben, durch Süßigkeiten, Chips und Co., ein (kurzes) Gefühl von Erleichterung zu verspüren, kann daraus schnell ein Muster werden. Bei dem nächsten unangenehmen Gefühl werden Sie sich vermutlich daran erinnern und das Essen erneut als Mittel zum Zweck nutzen. Das Fatale: Die negativen Gefühle werden durch das Essen nur beiseitegeschoben und Probleme nicht gelöst. Im Gegenteil: Es entstehen sogar neue Probleme. Wer über einen längeren Zeitraum unangenehme Gefühle mit Essen kompensiert, wird früher oder später an Gewicht zunehmen.

Zusammengefasst: Viele Menschen nutzen Essen, um negative Gefühle zu kompensieren. Das ist nachvollziehbar, denn Essen ist immer verfügbar, lenkt ab und verschafft vielen kurzzeitig ein angenehmes Gefühl. Auf Dauer steigt jedoch so das Gewicht.

Neue „gesunde“ Gewohnheiten trainieren

Andersherum funktioniert es glücklicherweise genauso: Nützliche, gesunde Verhaltensweisen, können wir uns ebenso antrainieren, wie ungünstige. Wenn Sie sich zum Beispiel dazu motivieren, sich ein leckeres und nährstoffreiches Frühstück zuzubereiten, werden Sie belohnt. Sie fühlen sich fitter, haben mehr Energie, freuen sich über das gesparte Geld beim Bäcker und sind stolz darauf, etwas Gutes für sich getan zu haben. Diese positive Erfahrung führt dazu, dass Sie sich das Frühstück ein zweites, drittes und viertes Mal zubereiten. Nach ein paar Wochen hat sich die Frühstücks-Routine etabliert und ist zur Gewohnheit geworden. Das heißt, sie umzusetzen erfordert kaum noch Disziplin. Nach ein paar Monaten gehört das Frühstück genauso zur morgendlichen Routine, wie das tägliche Zähneputzen.

Zusammengefasst: Auch „gesunde“, nützliche Verhaltensweisen werden zur Gewohnheit, wenn Sie sie über ein paar Wochen trainieren.

Professionelle Unterstützung

Gewohnheiten zu verändern, fällt leichter, wenn Sie Unterstützung dabei haben. Mit unserem Behandlungsprogramm für Adipositas stehen wir Ihnen ab Herbst 2020 zur Seite. Unser ganzheitliches digitales Programm begleitet Sie tagtäglich und geht auf Ihre individuellen Bedürfnisse und Hindernisse ein. Wir helfen Ihnen dabei, am Ball zu bleiben und Gewohnheiten nachhaltig zu verändern.