Einfach weniger essen, sich mehr bewegen, den Lebensstil verändern – derartige Ratschläge kennen Menschen mit Übergewicht zur Genüge. Selbst von manchen Ärzten, wird Adipositas noch immer bloß als Ausdruck eines ungesunden Lebensstils abgetan. Was vielen dabei nicht bewusst ist: Adipositas ist eine chronische Erkrankung, die erhebliche Störungen im Stoffwechsel verursacht. Zu verstehen, wie Adipositas entsteht und was dabei im Körper vor sich geht, ist für viele Betroffene der erste Schritt zur Veränderung.

 

Darum gibt es Adipositas

Jeder zweite Deutsche ist übergewichtig und jeder fünfte adipös, das heißt stark übergewichtig mit einem Body-Mass-Index ab 30. Die Tendenzen sind seit Jahren steigend. Wenn wir bedenken, wie drastisch sich unsere Umwelt in den letzten Jahrzehnten gewandelt hat, ist der stetige Anstieg des Übergewichts nicht verwunderlich. Denn auch, bei dem heutigen Nahrungsüberfluss, ist der menschliche Organismus darauf ausgelegt, Energie zu speichern und Fettdepots anzulegen.

  • Energie: individueller Bedarf
    Um zu überleben, benötigt der Mensch Energie. Sie hält alle Prozesse und Funktionen des Körpers am Laufen. So hat jeder, abhängig von Größe, Geschlecht, Alter und körperlicher Aktivität, seinen individuellen Energiebedarf. Wenn wir im Zusammenhang mit Ernährung über Energie sprechen, ist auch von „Kalorien“ die Rede – eine Einheit, in der Energie gemessen und angegeben wird, zum Beispiel in Nährwerttabellen auf Produktangaben.
  • Energiereserven sicherten Überleben
    Da in der Geschichte der Menschheit, oft nicht genügend Energie verfügbar war, war der Körper darauf angewiesen, diese zu speichern. So konnte er bei großem Nahrungsangebot mehr als notwendig aufnehmen und bei mangelnder Verfügbarkeit, über seine körpereigenen Energiereserve, in Form von Fettdepots, verfügen. Dieser kluge Speichermechanismus ermöglichte ihm, in Fastenzeiten ohne Nahrung auszukommen und so überleben zu können.
  • Körper nicht an Überfluss angepasst
    Glücklicherweise gibt es Hungersnöte in der westlichen Welt in der Regel nicht mehr. Nahrung ist immer und überall verfügbar und auch ohne gut gefüllte Fettdepots, können wir bestens überleben. Das Problem dabei: Die Umwelt hat sich stark verändert, unser Speichersystem funktioniert jedoch noch immer auf dieselbe Weise. Der Körper versucht, nach wie vor, Fettdepots anzulegen, um uns in Fastenzeiten, bestmöglich versorgen zu können. Denn, was sich Jahrtausende lang als überlebenswichtig bewährt hat, können wir in ein paar Jahrzehnten des Überflusses nicht einfach ablegen. Menschen, die mehr Energie aufnehmen, als ihr Körper täglich benötigt, füllen ihre Speicher daher immer weiter, so dass die Fettdepots wachsen, ohne je angezapft zu werden.

Zusammengefasst: Der menschliche Körper ist an den Überfluss an Nahrung nicht angepasst. Sein Ziel ist es, Reserven anzulegen und Fett. Wer mehr Energie zu sich nimmt als sein Körper benötigt, speichert diese in Form von Fettdepots.


Folgeerkrankungen von Adipositas

Vor allem bei Adipositas, hilft es jedoch oftmals nicht “einfach” weniger zu essen. Denn hat sich erst einmal ein gewisses Körperfett, vor allem im Bauchraum, angesammelt, gerät der Stoffwechsel aus dem Ruder. Der Begriff „Stoffwechsel“, auch Metabolismus genannt, ist häufig zu hören, wenn es um Übergewicht und Diäten geht. Vereinfacht gesagt, sind darunter alle biochemischen Prozesse zusammengefasst, die im Körper ablaufen. Anders ausgedrückt: Die zugeführten Nährstoffe, werden vom Körper „verstoffwechselt“, das heißt sie werden abgebaut, umgebaut und zu neuen Produkten, beispielsweise Hormonen und Enzymen, zusammengesetzt.

  • Bauchfett verursacht Störungen im Stoffwechsel
    Bei stark übergewichtigen Menschen, geraten die Stoffwechselprozesse auf Dauer so durcheinander, dass nicht nur eine Gewichtsabnahme immer schwieriger wird, sondern auch ernsthafte Folgeerkrankungen entstehen. Schuld daran, ist das sogenannte Viszeralfett. Das Fett, das sich im Bauchraum um die Organe bildet, ist nämlich nicht nur ein passives Gewebe, sondern ein stoffwechselaktives Drüsenorgan.
  • Diabetes-Typ-2, Bluthochdruck, Arthrose
    Insgesamt setzt das viszerales Fett über 200 Botenstoffe frei – je mehr Fett vorhanden ist, desto mehr Stoffe werden gebildet. Sie führen, je nach Art und Menge, zu zahlreichen gesundheitlichen Störungen – etwa zu erhöhtem Blutdruck, Fettleber, Insulinresistenz, die sich zu Diabetes-Typ-2 entwickelt, nächtlichen Atemaussetzern (Schlafapnoe) und entzündlichen Erkrankungen wie Arthrose und Gicht. Unter den produzierten Botenstoffen, sind auch verschiedene Hormone vorhanden, die, in erhöhter Menge, das hormonelle Gleichgewicht stören. So funktioniert bei vielen adipösen Menschen etwa die natürliche Hunger- und Sättigungswahrnehmung nicht mehr. Sie verspüren unnatürlich viel Hunger und Appetit und haben dabei kaum noch ein Sättigungsgefühl.
  • Männer: Erektionsstörungen und Impotenz
    Bei adipösen Männern sinkt zudem das Sexualhormon Testosteron. Der Grund: Ein Enzym, das vom Viszeralfett produziert wird, wandelt das Testosteron in Östrogene um, allgemein auch als „weibliche Sexualhormone“ bekannt. Der niedrige Testosteronspiegel wiederum, kann nicht nur zu Erektionsstörungen und Impotenz führen. Er ist gleichzeitig assoziiert mit gesundheitlichen Störungen wie Diabetes-Typ-2, Herzinfarkt und dem vermehrten Abbau von Muskelmasse. In einer Langzeitstudie der Harvard Medical School fanden US-Forscher heraus, dass adipöse Männer ein über 90 % höheres Risiko für Erektionsstörungen haben, als ihre normalgewichtigen Altersgenossen. (Quelle)

Zusammengefasst: In einem schleichenden Prozess führt Adipositas zu Folgeerkrankungen, wie Bluthochdruck, Fettleber, Diabetes-Typ-2 und entzündlichen Krankheiten wie Gicht und Arthrose.


Das passiert, wenn Sie Ihr Gewicht reduzieren:

  • Krankheitsrisiko sinkt: Schon bei einer Gewichtsreduktion von 5 % reduziert sich das Risiko für gewichtsbedingte Krankheiten. (Quelle)
  • Potenz wird zurückerlangt: In einer italienischen Studie erlangte ein Drittel der adipösen Teilnehmer bei einem Gewichtsverlust von etwa 15 % ihre volle Potenz wieder. (Quelle)
  • Blutzuckerwerte normalisieren sich: 86 % der Teilnehmer einer britischen Studie, die in 12 Monaten 15 Kilo abnahmen, konnten ihren HbA1c-Werte normalisieren. Dieser Wert gibt Rückschlüsse auf den Blutzuckerspiegel der letzten acht bis zwölf Wochen. Damit ließ sich bei vielen auch ein langjähriger Diabetes-Typ-2- besiegen. (Quelle)
  • Entzündungsprozesse werden verringert: Je weniger Bauchfett, desto weniger entzündungsfördernde Stoffe im Körper, desto stärkere Linderung von entzündliche Erkrankungen.
  • Harnsäurewerte sinken: Je mehr Gewicht Sie verlieren, desto niedriger Ihre Harnsäurewerte und das Risiko für Gicht-Anfälle. (Quelle)
  • Blutdruck und Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko sinkt: Schon eine Gewichtsabnahme von vier Kilo, kann den systolischen Blutdruck um durchschnittlich um 4 bis 5 mmHg und den diastolischen Blutdruck um 3 mmHg senken. (Quelle)
  • Gelenke werden entlastet: Schon bei der Abnahme weniger Kilos, spüren Sie eine deutliche Entlastung Ihrer Gelenke. Dadurch können sich wieder besser bewegen. Viele berichten von einer Linderung ihrer Rücken- und Knieschmerzen.
  • Hunger- und Sättigungswahrnehmung normalisiert sich:  Je mehr Gewicht Sie reduzieren, desto besser pendelt sich die gesunde Wahrnehmung von Hunger und Sättigung wieder ein.

Zusammengefasst: Wenn Sie Ihr Gewicht reduzieren, vermeiden Sie nicht nur Folgeerkrankungen, Sie können auch bereits entstandene Krankheiten rückgängig machen. Bereits die Abnahme weniger Kilos, verbessert den Gesundheitszustand merklich.


Abnehmen mit professioneller Unterstützung

Menschen, die an Adipositas erkrankt sind, haben oft zahlreiche Abnehmversuche hinter sich. Ein dauerhafter Erfolg, bleibt mit herkömmlichen Diäten jedoch meistens aus. Viele schließen daraus, sie hätten keine Disziplin, könnten sich nicht “zusammenreißen” und wären an dem Scheitern der Diäten selbst schuld. Was vielen nicht bewusst ist: Es sind die Diäten selbst, die nicht funktionieren. Warum das so ist, lesen Sie hier.

Lösung: Ganzheitlicher Ansatz für langfristigen Erfolg
Mittlerweile steht fest: Weniger essen und mehr bewegen, reicht für eine nachhaltige Gewichtsreduktion nicht aus. Hierzu braucht es eine dauerhafte Veränderung der alltäglichen Gewohnheiten. Diese zu erreichen, ist alleine kaum machbar. Aidhere liefert mit ihren wissenschaftlich basierten Therapieprogrammen, individuelle Betreuung von erfahrenen Experten wie Psychologen, Ernährungsexperten, Sportwissenschaftlern und Medizinern. Hier finden Sie Informationen zu diesen Abnehm-Programmen, die Mitte 2020 starten. Diese ganzheitlichen digitalen Programmen begleiten Sie tagtäglich und gehen auf Ihre individuellen Bedürfnisse und Hindernisse ein. Weiterer Vorteil: Langfristig sollen die Kosten zudem von allen Krankenkassen erstattet werden.